Gedenkstein 2.Weltkrieg in Mihla
 
 

GedenksteinDer 2.Weltkrieg hat in Mihla etliche Spuren hinterlassen. An tragische Ereignisse vom 1.bis 4.April erinnert ein einfacher Gedenkstein an der Kreuzung Feldstraße - Bahnhofsstraße, in der Nähe der Werrabrücke, am ehemaligen Westrand des Ortes.
 
Der Krieg war entschieden, vom Rhein her stießen die Allierten ( hier US- Amerikaner) vor. Unverbesserliche deutsche Offiziere befahlen, eine "Werralinie" zu bilden. Und tatsächlich stampfte man noch Volkssturm, Heimaturlauber, Verletzte und Kadetten aus dem Boden, die sich mit einzelnen Übungspanzern und Geschützen ganzen Panzerarmeen entgegenstellen mußten. Creuzburg 8 km westlich "verteidigte" sich und wurde daraufhin in Grund und Boden geschossen. Eine Nebenabteilung der Amerikaner näherte sich entlang der Werra dem Ortsrand Mihlas.
Mihla selbst wollte sich ergeben, es gibt verschiedene Angaben über weiße Flaggen. Es gab jedoch in Mihla noch ein oder zwei Offiziere mit einer Handvoll Soldaten und wohl einem oder zwei Sturmgeschützen am Ortsrand. Auch am oberen Ende der Feldstraße (heute oberhalb Rewe-Markt) stand ein solches Geschütz, eine Pak.
Nachdem bereits am Morgen ein Jeep mit mindestens einem US-Soldaten abgeschossen worden war, sandte die vorrückende US-Abteilung erneut einen mit schwerem MG bewaffneten Jeep als Spähtrupp. Dieser Jeep wurde durch einen Schuß des Geschützes just an der Stelle des heutigen Denkmal (damals auf dieser Straßenseite noch keine Bebauung) abgeschossen, als sich einige Wehrmachtsoldaten ergeben wollten. Alle 4 Insassen starben. Nach diesem Schuß floh sämtliches deutsche Militär aus Mihla und ließ so seine Landsleute in Stich, die sie erst mit sinnlosen Widerstand gefährdet hatten.
Beherzte Mihlaer Bürger schafften es dann, die Amerikaner von einer Kapitulation zu überzeugen und Mihla vor dem Creuzburger Schicksal zu retten. Wie mutig diese Tat war, weiß man erst zu schätzen, wenn man die Geschichte des Gothaer Stadtkommandanten kennt. Kaum 40km entfernt in der Hauptstoßrichtung der Amerikaner gelegen, rettete er Gotha durch kampflose Übergabe und wurde dafür wenige Stunden später durch SS hingerichtet.
 
Ausführlich und eingebettet in die historische Situation wird die Geschichte Mihlas und anderer Werraorte aus diesen Apriltagen in dem Buch "Der Kampf um die Werralinie 1945" vom Ortschronisten R. Lämmerhirt geschildert (ISBN 3-934748-42-2, Verlag Rockstuhl)
 
Inschrift  
 
 
Mihla, im August 2001