In Zeitschriften gestöbert: Dr. Jürgen Wild 

In Heft 3/2012 der Numis-Post (Münzzeitschrift aus der Schweiz) konnte ich über Mihla, eine erst seit kurzem bekannt gewordene Münzstätte der Stauferzeit berichten. Mihla liegt zwischen Eisenach und Mühlhausen/Thüringen im Werraknie und war im Mittelalter Marktort und Stapelplatz für Schiffsladungen. Im Ort befanden sich seit dem 11. Jahrhundert Teile des Erzbischöflich Mainzer Streubesitzes. 

Eine bislang nicht berücksichtigte Mainzer Heberolle aus den Jahren 1248/49 führt Einkünfte aus einer verpachteten Münze in Mihla auf, «die ein Pfund zahlt». Als Pachtnehmer lassen sich aufgrund weiterer Urkunden die Herren von Schlotheim nachweisen, ein weitläufiger Familienverband in Westthüringen. 

Die Mihlaer Linie dieser Schlotheimer nannte sich «Herren von Mihla». Inzwischen können dieser Münzstätte auch Brakteaten zugeordnet werden, die sowohl das Mainzer Rad, als auch das Scheren-Wappen der Schlotheimer aufweisen. 

Auf Einladung des Mihlaer Heimatvereins konnte ich im Mihlaer Rathaus zu diesem Thema referieren. Aus Anlass dieses abendlichen Vortrages bot das sich im Rathaus befindliche Heimatmuseum eine Abendöffnung bis 22 Uhr an. So konnte ich mir ansehen, was die fleißigen Einwohner hilfsbereit zusammengetragen hatten. «Alle haben mitgeholfen und nachgesehen, was auf Speichern, in Scheunen und Truhen bei ihnen noch lagerte», sagte mir Bürgermeister Lämmerhirt, von Haus aus Historiker und geistiger Initiator dieses erst seit Februar 2012 bestehenden Museums. 

Ortsgeschichte, Handwerk, Volksbräuche und Wohnverhältnisse früherer Zeiten sowie die Adelsgeschichte des Ortes waren anschaulich dargestellt.

Tragischerweise sollte in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges eine «Werra-Linie», zu der auch Mihla gehörte, mit den letzten verfügbaren Aufgeboten den amerikanischen Vormarsch in Thüringen aufhalten. Auch dazu fanden sich Dokumente und Überreste. 

Im Mittelalter-Raum des Museums entdeckte ich plötzlich die Numis-Post mit meinem Artikel, liebevoll arrangiert zur Schau gestellt! Was für eine Überraschung! 

Münzgeschichte ist Heimatgeschichte. 

Nicht jeder Ort kann darauf verweisen, dass er einmal Münzprägestätte war. 

So konnte die Schweizer Numis-Post mit einem Bericht über meinen Vortrag in Basel in einem Thüringer Heimatmuseum, 6½ Autostunden nördlich von Basel ihren Platz finden. 

In Zeitschriften gestöbert: Dr. Jürgen Wild

Die Titelseite der "Numispost" aus dem Jahre 2012 mit der Ansicht von Mihla! Das Heft kann kostenlos im Rathaus erworben werden. 

- Heimatverein Mihla - 

 

 

 

 

 

 

Mihla,18. 04. 2017 zurück zur Chronikübersicht