Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Zur Situation im Forst Mihla 

Wer in diesen Tagen im Wald um Mihla unterwegs ist wird an manchen Stellen großes Erschrecken zeigen. Ganze Waldflächen sind verschwunden, die so häufigen Fichtenschläge nicht mehr vorhanden. Einige Fichten stehen noch, manche sehen auch noch grün aus, aber Ende des Jahres sicher nicht mehr. Der Borkenkäfer wird trotz des etwas nasseren Winters weiter zuschlagen und die häufigen Stürme tun ein Übriges. 

Ich war Anfang Mai mit dem Revierförster unterwegs. Noch liegen viele Festmeter geschlagenen Holzes an den Wegerändern. Manche der Holzstapel sind bereits verkauft, bei anderen wird es noch dauern. Aber noch kann Industrieholz verkauft werden, um zumindest die Einschlagkosten für die Waldeigentümer zu erwirtschaften, häufig verlangen auch die Verkehrssicherungspflichten einen Einschlag. 

So viel Holz in kurzer Zeit ist wohl noch nie eingeschlagen worden. Ganz neue Sichtachsen entstehen, so vom hinteren Harsberg hinab ins Mihlaer Tal, vor zwei Jahren nicht vorstellbar. Unsere Wälder werden sich völlig verändern, Fichte, Kiefer und auch viele Buchen werden verschwunden sein. 

Im Mihlaer Forst wurde bereits mit der Neuanpflanzung von neuen Baumsorten begonnen. Hier ist zu prüfen, welche dieser Bäume den harten Winter überstanden haben und welche sich wirklich für die Zukunft eignen. 


Stapel mit Industrieholz. 

Bei dieser „Schlacht um unsere Wälder“ dort spazieren zu gehen, ist sicher kein leichtes Unterfangen. Die Wege sind nach dem Einsatz der schweren Rücketechnik meist völlig zerfahren. Hinzu kommt, dass der Holzeinschlag in den feuchten ersten Monaten des Jahres machbar ist. Auch die Einschlagfirmen, die kaum noch auf dem Markt zu verdingen sind, werden mit diesen Bedingungen überfordert. Kritik am Zustand der Wege gibt es ausreichend, aber auch die Stadt Amt Creuzburg muss hier gemeinsam mit dem Forstamt Prioritäten setzen und die ist im Moment eindeutig: Zuerst den Holzeinschlag umsetzen und dann die Wege wiederherstellen. Es bleibt bei einer Ausnahmesituation! 

Bei der Waldbesichtigung mit dem Revierförster wurde festgelegt, welche Wege zuerst wieder in Ordnung gebracht werden sollen und bei welchen Wegen man bis zum Spätsommer warten sollte, da das Land Thüringen spezielle Förderungen für den Wegebau nach diesen besonderen Jahren ausreicht. 

So werden kurzfristig der Weg über den Steinbruch bis zum Harsberg instandgesetzt, ebenso der Weg vom Dachsberg bis zum Harsberg. Auch die Talstraße soll gänzlich erneuert werden, hier wird es eine Fördermittelbeantragung geben. Kleinere Wegeabschnitte so bei Wernershausen und an anderen Stellen werden Stück für Stück saniert. 

Ich kann daher nur um Verständnis bitten. Wenn wir unsere Wälder auch für weitere Generationen erhalten wollen, muss diese Schlacht geschlagen werden. Verlierer wird es viele geben, leider. 

Rainer Lämmerhirt
- Bürgermeister -