Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Volksbrauchtum im Jahreslauf: Die Adventszeit 

Der Madlunger Heimathistoriker Max Kürschner (1893-1982) beschäftigte sich mit dem alten und schon beinahe vergessenen Volksbrauchtum. Dazu schrieb er mehrere Aufsätze, die heute leider kaum noch bekannt sind. 

Max Kürschner, nach dem in Madlungen heute eine Straße benannt ist, beschäftigte sich auch mit der Adventszeit, einer Zeit, die voller Brauchtum unserer Vorväter ist. Vieles von dem was er damals (1973) aufschrieb ist heute kaum noch bekannt. 

Wir blättern daher heute einmal in den alten Erinnerungen: 

Adventszeit ist Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Der Adventskranz bürgert sich mehr und mehr ein, in Kirche und Schule fehlt er nie. 

Das erste Licht ist bereits angezündet. Da erscheint als sichtbarer Bote des Christkindes der Nikolaus oder Sackhans, ein rechter Kinderschreck! 

Laut knallt er draußen auf der Straße mit der Peitsche. In den Häusern examiniert er das junge Volk: „Kannst du ein Gedicht aufsagen?“ Den „Guten“ bringt er Äpfel und Nüsse, den „Bösen“ erteilt er eine Lektion mit der Rute, die in jedem Falle die Hauptrolle spielt. Kein Wunder, wenn er sich deshalb keiner besonderen Beliebtheit erfreut! 


Weihnachtszene, historische Postkarte, um 1920, Museum im Rathaus Mihla. 

Man sagt: „Wenn die Glocke sieben schlägt,

                 kommt der Niklaus angefegt,

                 mit dem langen Besenstil,

                 haut die Kinder gar zu viel,

                 gar zu viel ist ungesund,

                 Niklaus bist ein Schweinehund!“ 

Bald ist der aufregende Niklaustag vorbei. Die Hauptsorge der Mutter in den Wochen vor dem Fest ist die Bäckerei. Gott sei Dank -die Schorn- die Stollen, sind geraten! 

Dies sind längliche brotähnliche Gebilde, bei denen der Teig übereinandergeschlagen wird, meist 5 Pfund schwer. An Zutaten wird dabei nicht gespart. Auch die verschiedensten Sorten Plätzchen werden gebacken. Pfefferscheiben und Pfefferkuchen aber liefern meist die Bäcker der Nachbarschaft oder die hiesigen Kaufleute. 

Unterdessen kommen alle vier Lichter auf den Adventskranz. Weihnachten ist da! Der Weihnachtsbaum löst nun den Adventskranz ab. Er ist der schönste Schmuck des Festes… 

Gefunden bei Max Kürschner, 1937, aus Madlungen, neu aufgeschrieben von R. Lämmerhirt, Mihla