Stadtrat fasste Grundsatzbeschluss zum Roten Schloss 

Dem Beschluss des Stadtrates zur finanziellen Unterstützung des Investors für das Rote Schloss waren intensive Verhandlungen vorausgegangen. Das rote Schloss, das prägende historische Denkmal in Mihla, steht seit langer Zeit leer. Eigentümer ist der Wartburgkreis. 

Der vor Jahren aus einer Interessengemeinschaft Rotes Schloss, die Mihlas damaliger Bürgermeister Rainer Lämmerhirt begründet hatte, hervorgegangene Förderverein des Schlosses hatte vielfache Aktivitäten entwickelt, das Schloss einer zukunftsfähigen Zukunft zuzuführen. Erinnert sei an die Verhandlungen, die die damalige Gemeinde Mihla mit den möglichen Käufern Katja Wolf und Tilo Kummer, damals Landtagsabgeordnete, heute beide Minister in Thüringen, führte. Aus dem Plan, ein Hotel mit Ausstellungsbereich gemeinsam mit dem Nationalpark zu entwickeln, wurde 2008 wegen der Finanzkrise nichts. 

Ein weiterer Versuch mit Unterstützung des damaligen Landrates Reinhard Krebs im Roten Schloss die Nationalparkverwaltung, die Naturparkverwaltung und das Forstamt Hainich-Werratal zu konzentrieren, fand trotz intensiver Zuarbeiten durch den Förderverein und der Gemeinde keinen Zuspruch im Land. Jede der Einrichtungen wurde getrennt entwickelt. 

Der Förderverein hielt das Interesse am Schloss wach: Die bereits legendären Schlossnächte, Filmaufnahmen im Schloss und immer wieder Termine mit Interessierten. Bürgermeister Rainer Lämmerhirt arbeitete auf der historischen Strecke und veröffentlichte mehrere Bücher und Fachaufätze zum Schloss und mit dem Heimatverein wurden Führungen und Gespräche zum Schloss organisiert. 

Dann, ein Glücksfall, bot sich ein Investor an, die Firma Lano-Projekt aus Mühhausen, deren Spezialität es ist, leerstehende historische Gebäude zu sanieren und für eine Nutzung für Wohngruppen älterer Menschen, betreutes Wohnen und für Wohnraum umzubauen. Lano bleib lange Zeit bei der Aufgabe. Aber bisher war die Frage der Kosten das Hauptproblem. Auch hier wurde immer wieder auf vielen Ebenen diskutiert. 

Mit Michael Brodführer als neuem Landrat und Eigentümer des Schlosses begann ein neuer Anlauf. Dieser führte rasch zu engen Kontakten mit den Ministerien und dem Landesverwaltungsamt, die Gruppe der „Leerstandsagenten“ wurden eingeschaltet. Im Mihlaer Rathaus fanden intensivste Gesprächsrunden mit der Stadt Amt Creuzburg, dem Eigentümer und den Ämtern und Ministerien des Landes statt, Fördermittelgeber wurden angesprochen und diskutiert. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, aber es kristallisiert sich eine Lösung für das Schloss heraus. 

Über die Möglichkeiten der Stadtkernsanierung, ein Bund-Länderprogramm mit einem Eigenanteil der Stadt in Höhe von 33 Prozent, könnte die bestehende Finanzierungslücke des Investors geschlossen werden. Die Sanierungsmittel, die nur von der Stadt und nicht vom Kreis oder dem Investor beantragt werden können, sollen mit einem höheren Zuschuss des Eigentümers für die Sanierung der äußeren Hülle des gesamten Schlosses eingesetzt werden, während der Investor mit Eigenmitteln für den Neubau von Gebäuden und den komplexen inneren Ausbau zuständig sein würde. Im Mai werden die entscheidenden Gespräche mit dem Land dazu geführt. 

Die Stadt Amt Creuzburg setzte inzwischen ein sehr deutliches Zeichen: Der Stadtrat beschloss auf seiner Aprilsitzung in einem einstimmigen Grundsatzbeschluss, 600.000 € an Eigenmitteln (das wäre eine Fördersumme von 1,8 Mill. Euro) für diese Sanierung zur Verfügung zu stellen.

Zur Stadtratssitzung war Vizelandrat Udo Schilling persönlich anwesend. Er erläuterte gemeinsam mit Bürgermeister Rainer Lämmerhirt diese Schritte und war für eine positive Entscheidung der Stadt. Diese erfolgte dann sofort mit der Annahme der Beschlussvorlage. 

Ein wichtiger Schritt ist damit getan. Noch nie waren alle Beteiligten so nahe an der Rettung des Schlosses wie in diesem Moment. 


Erstmals seit vielen Jahren scheint die Rettung des Roten Schlosses möglich. Land, Kreis und die Stadt Amt Creuzburg arbeiten gemeinsam mit dem Investor an einem Finanzierungsprogramm. Hier ein Blick auf den 1914 errichteten Anbau. 


In der oberen Diele des Schlosses. 


Diese mystische Figur aus der Entstehungszeit des Schlosses ist im ehemaligen Festsaal zu finden. 

Rainer Lämmerhit
- Bürgermeister -