Ergebnisse des Baumgutachtens für den Propel und daraus abgeleitete Maßnahmen

Mihla, 10. September 2026

Der Sommer geht zu Ende und mit dem Herbst naht auch die Kirmeszeit. Für die Mihlaer rückt in dieser Feierzeit auch der Propel als ein ganz besonderer Festplatz für die Morgenreden und den Aufmarsch der Kirmesgesellschaft wieder in den Mittelpunkt. Auf Initiative einer Elterngruppe (AG Spielplatz) hat die Stadt Amt Creuzburg auf dem Platz als erste Maßnahme eine sogenannte Tampenschwinge, oder auch Wikingerschaukel, errichten lassen. Dies ist Teil eines Konzepts für die Sanierung des geschichtsträchtigen Platzes, wobei die Umsetzung wohl noch viele Jahre laufen dürfte. Die Sanierung des Propels war eine Herzensangelegenheit in der Bürgermeisterzeit von Rainer Lämmerhirt und wird jetzt durch Toni Nickol weitergeführt.


Tampenschwinge 

Im Auftrag der Stadt Amt Creuzburg wurde zunächst 2024 ein Baumgutachten für den gesamten Gehölzbestand des Propels erstellt. Ziel war es, die Verkehrssicherheit der Bäume auf dem denkmalgeschützten Festplatz zu prüfen und gleichzeitig einen Ausblick auf die künftige Entwicklung des Gehölzbestandes zu geben.

Das Gutachten wurde vom Büro TREETECH Arboristik und Baumpflege durch den anerkannten Baumgutachter Herrn Oliver Schwarz erstellt. Begleitet wurde dieser durch den hiesigen Baumsachverständigen und erfahrenen Baumpfleger Michael Appel. Insgesamt begutachtet der Fachmann 27 Linden, dazu gehört auch die wertvolle Gerichtslinde. Die daraus abgeleitete Handlungsempfehlung für die Vorgehensweise und die weitere Planung bzw. Sanierung des Propels ist die Grundlage für die Maßnahmen der Stadt Amt Creuzburg im Herbst 2026 sowie in den folgenden Jahren.


Gerichtslinde 

Besonders hervorzuheben ist der Erhalt der geschichtsträchtigen Gerichtslinde. Da der Baum nicht unter Denkmalsschutz steht, müssen die Kosten für die Sanierung durch die Stadt selbst getragen werden. Hier ist in diesem Jahr ein sogenannter Entlastungsschnitt geplant, mit dem ein Auseinanderbrechen der Teilstämme verhindert werden soll. Gleichzeitig laufen aktuell Überlegungen zur Sicherung der Teilstämme durch eine entsprechende Stützkonstruktion. Kompliziert ist dies besonders durch möglichst zu vermeidende Eingriffe in den Wurzelbereich. Als eine Variante wird derzeit eine Holzkonstruktion analog zu Stützgestellen an Tanzlinden im Süden von Thüringen geprüft.

Wie bereits in einem Artikel im Frühjahr 2026 durch den ehemaligen Bürgermeister Rainer Lämmerhirt angekündigt wurde, sind einige Linden auf dem Propel in so einem schlechten Zustand, sodas die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Der heiße und trockene Sommer in diesem Jahr hat die Bäume zusätzlich geschwächt.


Eine der geschädigten Linden 

Im Ergebnis des Baumgutachtens, müssen insgesamt 7 Linden im Herbst 2026 gefällt werden. Bei einer Begehung durch die Planerin Ines Andraczek und den Bürgermeister Toni Nickol mit Herrn Appel Anfang September bestätigte sich der kritische Zustand der betreffenden Bäume. Die Fällung ist im Oktober/November geplant.

Die Erneuerung des Baumbestandes auf dem denkmalgeschützten Platz beginnt mit der Neupflanzung einer ersten jungen Linde im Herbst 2026. Die Sparkassenstiftung der Wartburgsparkasse unterstützt die Pflanzmaßnahme des „Zukunftbaumes“. Die Pflanzaktion wird durch den Umwelt- und Naturschutzverein „Am Hainich“ e. V. organisiert und soll gemeinsam mit dem Kirmesverein und Kindern aus Mihla durchgeführt werden.

Text: Ines Andraczek / Toni Nickol, Bilder: Ines Andraczek