Besuch im Museum Mihla 

Dieser Tage besuchte Herr Kurt Metzing aus Treffurt das Mihlaer Museum. Er hatte eine Menge an Material dabei, welches er dem Mihlaer Ortschronisten Rainer Lämmerhirt zur Auswertung übergab. 

In diesen Materialien, Bücher, ein Film und Zeitschriftenartikel, befand sich auch die vollständige Mannschaftsliste des kaiserlichen Kleinen Kreuzers „Emden“ aus der Zeit des 1. Weltkrieges. 

Darin auch der Name Theodor Metzing aus Frankenroda, Signalmaat auf der „Emden“ und der Onkel von Kurt Metzing. 


Kurt Metzing aus Treffurt vor dem Foto seines Neffens Theodor und dessen Bild im Mihlaer Museum. Kurt Metzing, 92 Jahre alt, brachte neues Material, darunter die Mannschaftsliste des Kreuzers, mit. 

Schon vor einigen Jahren war der Kontakt nach Treffurt entstanden. So ist heute die Geschichte des Frankenrodaers Metzing, Besatzungsmitglied des bekanntesten kaiserlichen Kaperkreuzers im 1. Weltkrieg im Museum in Mihla anhand von Fotos, Briefen und einem Modell des Kreuzers dokumentiert. Nun kommt noch die Mannschaftsliste hinzu. 

Beim Rundgang durch das Museum wurden die bis heute bekannten Einzelheiten über Theodor Metzing und seine heute in Treffurt lebende Familie nochmals erörtert: Theodor Metzing, der Mann von der „Emden“, wurde 1894 in Frankenroda geboren. Seiner Familie gehörte die frühere Ziegelei im Ort. 

Mit 18 Jahren trat er in die Kaiserliche Marine ein. Er diente auf dem Auslandskreuzer „Emden“. Mit diesem Schiff nahm er an verschiedenen Auslandsreisen teil. Mehrere Briefe haben sich aus dieser Zeit erhalten. 


Theodor Metzing aus Frankenroda, hier als Matrose der „Emden“ (Spruchband aus der Mütze), fiel 1914 an Bord des Kreuzers. Sein Name ist auf dem Frankenrodaer Gefallenendenkmal zu lesen. 


Brief des Matrosen von Bord des Kreuzers geschrieben an seinen Bruder Georg Metzing, „Ziegelei Frankenroda“. 

Beim Kriegsausbruch 1914 zählte die „Emden“ zum Ostasiengeschwaders des Admirals Spee. Im selbständigen Handelskrieg im Indischen Ozean versenkte sie innerhalb von zwei Monaten 23 feindliche Handelsschiffe und zwei Kriegsschiffe oder brachte sie auf. 

Am 9. November 1914 unterlag sie in einem Gefecht mit dem australischen Kreuzer „Sydney“ nahe den Kokosinseln. Dabei fanden 136 Männer der Besatzung, darunter der Signalgast Theodor Metzing, den Tod, 197 Männer gerieten in Gefangenschaft. 

Am Tage vor dem Gefecht war ein Teil der Besatzung auf der naheliegenden Insel angelandet, um dort eine Funkstation zu zerstören. Als dann das Gefecht mit der weit überlegenen „Sydney“ ausbrach fehlten diese Männer. Theodor Metzing war an Bord geblieben. 

Doch die 50 Männer vom Landungszug, unter dem Kommando von Kapitänleutnant von Mücke, waren am Abend zuvor mit dem alten Schoner „Ayesha“ entkommen. Nach einer abenteuerlichen Odyssee über Arabien und Konstantinopel kehrten sie im Juni 1915 nach Deutschland zurück. 

Die „Emden“ war der erfolgreichste deutsche Kreuzer in überseeischen Gewässern und gehört zu den bekanntesten Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine. 

- Ortschronist Mihla -