Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Weihnachtliches 

Schon wieder ist das Jahr am Ende angelangt. Das kann doch gar nicht sein! So dachte ich vor einigen Tagen ganz erschrocken, aber es stimmt. War nicht gerade erst Weihnachten? 

"Wenn die Kirmes vorbei ist..., dann ist ganz schnell Weihnachten!" Das wussten schon unsere Vorväter und es stimmt tatsächlich! 

Egal, das Leben eilt wohl immer schneller dahin. Doch gerade in diesen Dezembertagen voller Lichterglanz und Weihnachtsstimmung möchte man dieses Tempo einfach aufhalten. Besinnen, Ruhe und einfach nur verharren, wie schön wäre das! 

Leider ist es nicht ganz so. Innere Ruhe zu finden in diesen Tagen voller Hast, berufliche Belastung, Jahresabschluss, Voraussetzungen für 2018 schaffen, aber auch Weihnachtsgeschenke besorgen und Vorbereitungen treffen. Hinzu kommen die vielen Weihnachtsfeiern, die wohl jedes Jahr üppiger werden und die eigene Freude auf das schönste Fest im Jahr etwas schwinden lassen. 

Vielleicht sollte man sich zurück erinnern, an die „gute, alte Zeit“, wie damals Weihnachten gefeiert wurde? 


Der Brauch des Weihnachtsbaumes verbreitete sich von Deutschland aus in alle Welt. Im Mihlaer Rathaus steht seit vielen Jahren ein geschmückter Baum, der vom Förster beschafft wird. 

Für die Kinder war es wohl schon immer eine Erwartungszeit. Nicht so sehr auf die Geburt Jesu Christi, als vielmehr auf die weihnachtlichen Geschenke, die Bescherung. Damit die Zeit bis dahin nicht so lange wurde, gab es ja auch den Advent… In diesem Jahr jedoch beinahe eine Woche kürzer! Gut oder schlecht? Das ist wohl Ansichtssache! Aber dann gleich das nächste Problem: Der Heilige Abend an einem Sonntag, alle Geschäfte geschlossen, dann die Feiertage, erst am Mittwoch frischer Nachschub! Ob wir das überleben? Die Gaststätten werden sich freuen, wohl dem, der rechtzeitig einen Tisch bestellt hat! 

Wie schön ist in diesen Tagen der Adventskranz anzusehen. Dabei ist seine Geschichte noch gar nicht so alt: Als Erfinder gilt der Theologe Johann Heinrich Wichern. Er gründete 1833 in Hamburg das „Rauhe Haus“, ein Heim für verwilderte Jugendliche. 1839 ließ er im Betsaal ein hölzernes Wagenrad mit 23 Kerzen aufrichten. Vier Kerzen waren größer, sie galten für die Sonntage, die kleineren Kerzen für jeden Tag. 1860 wurde das Wagenrad zusätzlich mit Tannengrün umwunden, der Adventskranz hatte das Tageslicht erblickt… 

Immergrün zur Vorweihnachtszeit, das ist ein uralter Brauch. Misteln, Tannenzweige und Wacholder symbolisierten die ungebrochene Lebenskraft, Haus und Hof sollten vor Schaden bewahrt werden. Im 14. Jahrhundert galten die Zweige als Zeichen der Hoffnung für eine neue, hellere Zeit. Kerzen in der Adventszeit waren traditionell rot, sie sollten an das Blut Christi erinnern. 

Die wohl älteste Weihnachtsbaumtradition lässt sich bis in das Jahr 1605 zurückverfolgen. Damals soll im Elsass bereits ein solcher Baum aufgestellt worden sein. Sicher verbürgt ist ein solcher dann für 1642 in Straßburg. In Thüringen brach Goethe eine Lanze für den Lichterbaum. Er führte ihn im Jahre 1775 am Weimarer Hof ein. Seither ist der Siegeszug des Weihnachtsbaumes in all seinen Farben und Formen ungebrochen. Schon wenig später gab es dann auch den ersten Weihnachtsbaumschmuck… 

Ja, und nun los, schnell einen Weihnachtsbaum kaufen. Ist auch die Lichterkette in Ordnung?

Ihnen allen eine trotzdem besinnliche und angenehme Zeit! 

-Ortschronist R. Lämmerhirt -