Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Sensation für das Mihlaer Museum 

Dieser Tage wurde für die Freunde des Mihlaer Museums ein nie zu Ende geträumter Traum wahr: Ein vor etwa 800 Jahren in Mihla geprägter Brakteat, eine einseitig geschlagene Silbermünze, kehrte an ihren Ursprungsort zurück. 

Möglich wurde das durch den Mihlaer Carsten Nickol. Seit Jahren beschäftigt er sich mit alten Münzen und ist dabei auch auf Auktionen unterwegs. Nun stieß er auf einen Reiterbrakteaten, der vom Aussehen her an die in der wissenschaftlichen Literatur so beschriebenen Mihlaer Münzen erinnerte. 

Sofort wurde der Kontakt zu Herrn Dr. Wild hergestellt. Dr. Wild, der über seine Frau auch Mihlaer Wurzeln hat, ist in Deutschland einer der Numismatik-Experten. Daher ist sein Urteil von besonderem Gewicht, wenn es um die Bestätigung der bisher in der Literatur nur urkundlich belegten Mihlaer Münzstätte geht. Im Jahre 1248 hatte der damalige Erzbischof von Mainz Besitzungen und Rechte auch in Mihla auflisten lassen und darunter war auch eine seit 1243 vom Erzbischof an die Herren von Schlotheim in Mihla verpachtete Münzstätte. 


Brakteat der Erzbischöflichen Münzstätte in Mihla, um 1240, o,61g Silber, ehemals Sammlung Löbbecke. 


Übergabe der Münze als Leihgabe, rechts Carsten Nickol. 

Dr. Wild bestätigte, dass die nunmehr zur Versteigerung kommende Silbermünze mit ihrem Schaubild gekrönter Reiter mit Fahne, Adlerschild und Mainzer Rad nach links reitend eine

Erzbischöflich-mainzische Prägung nach Mühlhäuser Schlag ist. 

Möglicherweise wurde dieser Typ auch nach der Verpachtung der Mihlaer Münze im Jahre 1243 vorerst noch eine Zeit lang unverändert so weitergeprägt. 

Die Mihlaer Münze war von 1243 bis etwa 1300 aktiv, prägte wenig, aber in verschiedenen Varianten Brakteaten. 


Die Einordnung in die Ausstellung. Dazu die Numismatikzeitschrift aus der Schweiz, in der Dr. Wild die Mihlaer Münztypen erstmals vorstellte. 

Nunmehr ist eines dieser Geldstücke, die für den Handel auf dem Marktplatz vor der St. Martinskirche wohl vor Ort geschlagen wurde, an den Ursprungsort zurückgekehrt. 

Bei der Übergabe der Münze als Leihgabe an das Museum waren Mitglieder des Mihlaer Heimatvereins anwesend. In einer kleinen Ansprache erläuterte Ortschronist Rainer Lämmerhirt die historischen Zusammenhänge um die Münze und bedankte sich ganz herzlich für diese nicht alltägliche Aktion von Carsten Nickol. 

Die Münze wurde dann in die Ausstellung eingearbeitet. Dazu wurden zusätzliche Sicherungen vorbereitet und aktiviert. 

Das neue Ausstellungsstück kann ab sofort zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. 

- Heimatverein Mihla -