Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Werra ohne Wasser 

Das war für alle Beteiligten, aber nicht nur für diese, ein großer Schreck: Am späten Freitagabend (10. August) fiel ein etwa sieben Meter langes Mauerstück zwischen Wehr und Turbinenhaus am Mihlaer Wasserkraft einfach um und gab so dem dahinter angestauten Wasser freien Lauf. Innerhalb kürzester Zeit lief eine kleine Flutwelle die Werra abwärts und dann sank der Wasserspiegel der Werra oberhalb des Wehes dramatisch. 

Ausgerechnet am Freitag! Schon bald liefen die ersten Maßnahmen an, um den Schaden festzustellen und erste Maßnahmen einzuleiten. Bald zeigte sich, dass es ein schwieriges und sicher längeres Unternehmen werden wird. 

Auch die Folgeschäden zeigten sich. Schon kurz darauf waren Brunnen in direkter Nachbarschaft des Wehrs trocken. Ab Montag stand die Frage, wie kann das Brunnendorf Freitagszella mit Wasser versorgt werden, wenn auch dort die Brunnen leer sind. Der Kraftwerkbetreiber TEAG, die Naturschutzbehörde, Zweckverbände und die Gemeinde arbeiteten zusammen, um die Probleme zu lösen. Freitagszella erhielt Wasserwagen mit Brauchwasser, noch laufen die Brunnen und für den Ernstfall ist auch Vorsorge getroffen. 

Wann allerdings die Schäden behoben sind und der Rückstau der Werra auch ein Befahren des Flusses wieder möglich sein kann, das ist zurzeit noch unklar. Einige Wochen dürften vergehen. 

   
"Wasser weg", vom Mihlaer Wehr bis gegen Ebenau. Die Pfeiler der alten Eisenbahnbrücke liegen frei und könnten beräumt werden... 

Für die TEAG bedeutet das, Turbinen aus in Mihla, keine gute Entwicklung, zudem die Reparaturkosten. Bootsverleiher und Vereine sitzen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen und die Mihlaer Wassersportfreunde mussten die geplanten Landesmeisterschaften im Kutterrudern absagen. 

Auf jeden Fall ein Ereignis, mit dem wohl niemand gerechnet hat und das uns doch zeigt, wie verwundbar wir alle trotz des hohen Standes der Technik sind. 

Die wasserleere Werra, das ist natürlich ein Fotomotiv, dass viele "Touristen" anzieht. Die Gemeinde Mihla überlegt, wie man diese Situation, die sicher (und hoffentlich) so schnell nicht wieder eintritt, nutzen kann, um zum Beispiel den Unrat an den Brückenpfeilern der Eisenbahnbrücke zu beseitigen. Dorthin kommt man nun trockenen Fußes. Aber hier zeigt sich, dass ein rasches Reagieren im Behördenstaat Deutschland sehr schwer ist. 

- Ortschronist -