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Thüringer Allgemeine - Eisenach vom 04.06.2021 Seite 15 / Lokalnachrichten 

Dramatisches Ende für kleine Uhu-Babys 

Monitoring im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal macht neben Waschbär, Fuchs und Rabe Artgenossen als Feinde aus 

Norman Meißner 

Amt Creuzburg Die Naturausstattung im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal stellen Mitarbeiter, Naturfreunde und Unterstützer an vielen Stellen per Monitoring fest. So beobachten sie das Brutverhalten von Uhu und Wanderfalke zwischen Creuzburg und Mihla, weil beide Vogelarten auf der " Roten Liste" Thüringes stehen. 2020 konnten die Naturfreunde um den Ornithologen Mario Hoffmann einen Uhu-Bruterfolg im Monitoring-Bereich im Naturschutzgebiet "Klosterholz und Nordmannsteine" feiern. Auch dieses Jahr sorgt ein Uhu-Paar dort zunächst für Nachkommen. "Die zwei Jungvögel waren inzwischen beringt und auch gewogen worden" , wählt Lutz Kromke, stellvertretender Vereinsvorsitzender der Freunde des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, bewusst die Vergangenheitsform. Knapp 900 beziehungsweise 1000 Gramm brachten die Jungtiere auf die Waage. 

Wenige Tage nach dem Beringen köpft ein fremder Uhu einen der Jungvögel und das zweite Uhu-Kind stürzt vom Brutplatz ab, wie die Aufnahmen der Überwachungskamera zeigen. Die Naturfreunde fragen sich nun, ob Uhus Kannibalen sind, denn zur Nahrung gehören eigentlich Mäuse, Fledermäuse, Ratten, Kaninchen, Igel und Vögel. " Der Brutvogel konnte noch zwei Tage nach dem Verschwinden der Jungen am Brutplatz mit Lockrufen beobachtet werden", erzählt Lutz Kromke. Fuchs und Waschbär sowie Rabenvögel registrierte die Überwachungskamera als Fressfeinde. "Wir konnten beobachten, wie die Raben mit ihrer Taktik den Brutvogel attackierten" , sagt Ornithologe Mario Hoffmann. 

Das Uhu-Monitoring dient nicht dem Selbstzweck, das Naturschutzgebiet sollte 2016 in dem Bereich verkleinert werden, was verhindert wurde. "Allerdings konnte die Verkleinerung des Naturparks nicht abgewendet werden", ärgert sich Lutz Kromke. Mit einer Ausweitung des Windvorranggebiets auf dem Reitenberg könnte es für Uhu, Bussard und Milan eng werden. 

Norman Meißner

Bildunterschrift: In diesem Jahr konnte zunächst ein Uhu-Bruterfolg im Werratal gefeiert werden. Die beiden Jungvögel waren auch schon beringt und gewogen worden. Kurz danach wurde einer geköpft, der andere stürzte vom Brutplatz in die Tiefe. Mario Hofmann 

Quelle

Thüringer Allgemeine - Eisenach vom 04.06.2021 Seite 15

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