Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Historische Fotos vom Mihlaer Hundsanger 

Was bedeutet der Straßen- oder Flurname? Seit vielen Jahren rätseln die Namensforscher darüber. Hund(t)sgassen oder Straßen gibt es viele in Deutschland, der Name scheint also früher durchaus üblich gewesen zu sein. Selten ist jedoch der Zusatz „Anger“. Aber gerade das könnte ein Hinweis sein. 

Folgende Erklärungen sind bekannt: Den zahlreichen Namen liegt kein einheitliches namengebendes Motiv zu Grunde. Die meisten gehören zu ahd.mhd. hunt für ‚Hund‘. Einige Flurnamen beziehen sich tatsächlich auf das Tier, andere nur in übertragenem Sinn. So könnte der Name Hundsrück auf einen langgestreckten, in der Mitte etwas eingesunkenen Höhenzug, dessen Form an einen Hunderücken erinnert, abgeleitet sein. 

Daneben dient der Straßen oder Flurname Hund- oft zur Benennung von etwas Geringwertigem. Oft meinte man damit minderwertiges Ackerland. Dies könnte für Mihla zutreffend sein, insbesondere, wenn man die zusätzliche Bezeichnung „Anger“ hinzuzieht. Also könnte der Mihlaer Name „Hundsanger“ eine Fläche am Rande der Bebauung meinen, der nur schlechten Boden aufweist. 

Nicht ganz aus der Diskussion ist jedoch auch die Zurückführung des Namens auf das althochdeutsche Wort hunno oder hunteri. In germanischer Zeit bezeichnete das einen Hundertschaftsführer, gleichzeitig auch einen Richter über einen Zehntbezirk. Für das alte Mihla ist so etwas nachweisbar. Mihla war, ebenso wie Falken, Sitz eines „Hunno“, eines Hundertschaftsfühers. Nun dürfte der sicher nicht dort gewohnt haben, aber „Anger“ meint vielleicht die Gerichtsstätte dieser Hundertschaft. Rätsel bleiben also. 

Klar sind dagegen die beiden Fotos, die uns eine Anwohnerin des Hundsangers zur Verfügung stellte und den Mihlaer Hundsanger in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zeigen. Vielen Dank! 

   

- Ortschronist Mihla -