Wussten Sie schon? - Erinnerungen an Mihlaer Ereignisse 

... dass im Jahre 1893, die erste Mihlaer „Bank“, der Darlehenskassenverein, gegründet wurde? Viele Jahre hatte er seinen Sitz in der „Darlehenskasse“, dem stattlichen Gebäude an der Kreuzung Lauterbacher Straße - Schornstraße. Gründungsvater und langjähriger

Vorsitzender war Pfarrer Kötschau. 


Die „Darlehenskasse“ an der Schornstraße, historische Ansichtskarte. 

... dass 1904 der 16jährige Sohn des Fährmanns Nowatzky, Friedrich, auf dem Kirchplatz (dem heutigen Markt) bei völliger Dunkelheit so unglücklich in vollem Lauf stürzte, dass er mit dem Hals gegen die Gitterspitzen der Einfriedung des dortigen mitten auf dem Platz befindlichen Kriegerdenkmals zur Erinnerung an den Krieg 1871 gegen Frankreich fiel, dass der Junge trotz Überweisung in ein Eisenacher Krankenhaus wenige Tage später an der Wunde verstirbt? Das Denkmal wurde wenig später auf das Kirchengelände umgesetzt, wo es sich noch heute befindet. 


Das Denkmal für den Krieg 1870/71 gegen Frankreich am ursprünglichen Standort auf dem Marktplatz, historische Ansichtskarte. 

... dass im gleichen Jahr, also 1904, in Mihla eine Sanitätskolonne gegründet wurde? Sie war die erste Einrichtung dieser Art. Stützpunkt wurde für viele Jahre die spätere Arztpraxis in der Marktstraße, damals das Gebäude der Lehrerwohnungen in der Bürgerschule. Um die Mitgliederwerbung sehr verdient gemacht hatte sich der damalige Arzt Dr. Göring sowie der Lehrer Göbel, der auch Leiter der Kolonne war. 

... dass 1904 der Mihlaer Kirchturm eine neue Spitze mit Wetterfahne und Hahn erhielt? Die Arbeiten führt der Mihlaer Klempner Breuer aus. 


Der Kirchturm der Mihlaer St. Martinskirche stammt aus romanischer Zeit. Die Kirchenhaube wurde im 18. Jahrhundert in barocker Bauart verändert. Die heutige Kirchturmspitze mit der Wetterfahne kam 1904 dazu. 

... dass im Jahre 1906 das Kirchendach neu gedeckt wurde? Auch eine neue Lattung für die Ziegeln wurde vorgenommen. Vorher lagen auf dem Dach noch die alten mit Strohfittigen verdichteten Hohlziegeln der Erbauungszeit um 1710. 

... dass im Jahre 1910 der 40sten Wiederkehr des deutschen Sieges bei Sedan über die Franzosen (1. und 2. September 1870) feierlich gedacht wurde? Hierzu fand ein Festgottesdienst statt. Auf dem Harsberg wurden Freudenfeuer angezündet. Abschließend gab ein geselliges Beisammensein auf dem Propel. Vier Jahre später zogen wieder deutsche Soldaten gegen Frankreich in den Krieg, 71 Mihlaer Männer fanden den Tod. 

... dass in Mihla am 17. März 1913 der hundertjährige Gedenktag der Erhebung gegen Napoleon (Befreiungskriege) gedacht wurde? Nach einem Umzug durch das Dorf vereinigen sich die Militär- und Kriegervereine unter starker Anteilnahme der Bevölkerung zu einem Festgottesdienst in der St. Martinskirche. 

... dass 1913 durch Wohltätigkeitsspenden 175 Mark für ein „Kinderbad“ gesammelt wurden?

Damals war die TBC ein großes Problem im Ort. Der Krankheit erlagen immer wieder vor allem die Kinder. Durch ein stärkendes Solebad sollte dem vorgebeugt werden. Die Darlehenskasse spendete weitere 80 Mark. Auf dieser Grundlage konnte eine erste Einrichtung bei der Kegelbahn von Balduin Schreiber am Propel entstehen.  

 

...dass der Gemeinderat Mihla 1920 beschlossen hat, ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges errichten zu lassen? 

1998 wurde dieses Denkmal, welches nach dem Gemeinderatsbeschluss von der Steinmetzfirma Schlothauer erbaut wurde, durch die Spenden vieler Bürger und Institutionen saniert. 

...dass der Gemeinderat Mihla im Jahre 1920 den Bau des Rathauses in Mihla, direkt neben der “Carl-Alexander-Schule”, beschlossen hat? 1921 wurde das Fachwerkgebäude fertiggestellt. 

...dass 1922 auf Festlegung der Landesregierung Lauterbach nach Mihla eingemeindet wurde?

Im Oktober 1922 kamen deshalb 2 neue Gemeinderäte aus Lauterbach in den nunmehr gemeinsamen Rat. Dadurch verlor die SPD ihre Mehrheit, die sie seit den Wahlen 1919 besessen hatte. 

Vom gemeinsamen Rat wurde der Bürgermeister Meyfarth einstimmig auf weitere 3 Jahre gewählt. 

Schon 1923 wurde Lauterbach wieder selbständig. Der Druck der Lauterbacher Einwohner auf die Landesregierung war so groß, dass die entsprechende Verwaltungsreform ausgesetzt

wurde, viel Widerstand von der ehemaligen Mehrheitsfraktion der SPD gegen diese Rücknahme gab es allerdings nicht. 

Die Erinnerung an diesen Schritt der zwanghaften Eingliederung Lauterbachs nach Mihla blieb allerdings in den Köpfen der nächsten Generationen… 

...dass 1931 die Kantine, eine Holzbaracke, die 1907 zur Versorgung der Bauarbeiter für den Eisenbahnbau aufgestellt wurde und nach Abschluss der Bauarbeiten auf dem Propel Verwendung fand, im “Dorfgarten”, dem neu angelegten Sportplatz als Turnhalle aufgestellt wurde? 

Auf den Grundmauern dieser Turnhalle steht heute das Sportlerheim des SV Mihla, welches mit Unterstützung von Fördermitteln und der Gemeinde 1999 gründlich saniert wurde. 

Szene vom Bau der Mihlaer Eisenbahnbrücke 1906. Im Hintergrund ist die Holzbaracke, die „Kantine“, zu erkennen, die später auf den Propel versetzt wurde und in den 30er Jahren als Turnhalle auf dem neuen Mihlaer Sportplatz Verwendung fand. 

Die „Turnhalle“ auf dem neuen Mihlaer Sportplatz Mitte der 30er Jahre. 

dass... 1931 vom Gemeinderat der Bau einer Holzbrücke über die Lauter in der Schäfereigasse beschlossen wurde?